Neue Hoffnung für Gehörlose dank Technik
posted Fri, 2008-06-13 13:22 by
Wie wir uns alle vorstellen können, bringt Gehörlosigkeit zahlreiche Probleme und Schwierigkeiten mit sich – insbesondere Fragen der persönlichen Sicherheit und Kommunikation mit seinen Mitmenschen. Es ist eigentlich unvorstellbar, dass viele gehörlose Menschen bis heute in hohem Maße auf Familienmitglieder angewiesen sind, die für sie in Situationen wie Vorstellungsgesprächen oder Arztterminen dolmetschen.
Es ist nicht so, dass keine professionellen Übersetzer verfügbar wären – in Großbritannien wurzelt das Problem darin, dass die rund 50.000 Leute, die mit Hilfe der britischen Gebärdensprache (BSL) kommunizieren, einen Prozess durchlaufen müssen, bei dem sie bis zu zwei Wochen vorher einen Dolmetscher buchen und mindestens 130 Pfund bezahlen müssen (da die Mindestvergütung drei Stunden beträgt). Jetzt aber sieht es so aus, als könnte uns die Technik eine Lösung für dieses Problem bieten.
Dank einer Methode, bei der sie über einen Teledolmetscher kommunizieren, sollen Gehörlose und Hörgeschädigte ab sofort nicht mehr von der Vor-Ort-Anwesenheit eines Übersetzers abhängig sein. Das System sieht vor, dass Ärzte, Behörden und andere Einrichtungen, wo soziale Kontakte stattfinden, mit einem Computerterminal ausgerüstet werden, über das der hörende Gesprächspartner mit einem an einem anderen Ort befindlichen Dolmetscher spricht. Die gehörlose Person kann dann die Verdolmetschung auf einem Bildschirm in Gebärdensprache sehen und über eine an den Monitor angeschlossene Webcam dem Dolmetscher antworten. Dieser teilt wiederum der hörenden Person die Botschaft über ein Headset mit.
Diese ausgezeichnete Idee soll an verschiedenen Orten, an denen Kontakt zwischen Gehörlosen und Hörenden stattfinden kann, in die Tat umgesetzt werden. Toller Vorschlag – aber den Videochat über Skype gibt es doch schon seit Jahren. Ich frage mich, warum nicht früher jemand auf diese Idee gekommen ist.



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