Vor kurzem wurden auf einer Pariser Konferenz die Risiken erörtert, denen ausländische Journalisten und deren Helfer vor Ort bei den Olympischen Sommerspielen in Peking ausgesetzt sein werden. Hierbei wurden besonders die Übersetzer erwähnt. In weniger als drei Monaten fällt der Startschuss, doch für ausländische Reporter scheint sich die Lage zu verschlechtern – und das, obwohl die chinesische Regierung in der Vergangenheit freie Berichterstattung zugesagt hatte.
Nach den Unruhen in Tibet und den Berichten über die Proteste beim „Olympischen Fackellauf“ ist die Pressefreiheit in China wieder einmal ernstlich bedroht. Der Presse wird der Zugang zu bestimmten Regionen verwehrt, und im Internet werden ausländische Journalisten, die es gewagt haben, über prekäre und heikle Situationen zu berichten, bösartigen Lynch-Kampagnen ausgesetzt.
Auch wenn ausländische Journalisten bereitwillig das Risiko auf sich nehmen, während ihrer Berichterstattung in China mit Drohungen, Beleidigungen und Restriktionen konfrontiert zu werden, sollten sie sich dennoch vor Augen führen, dass sie ihre Übersetzer vor Ort noch größeren Risiken aussetzen. China birgt eine Fülle an interessanten, kontroversen Geschichten, die zu erzählen sich für jeden Journalisten lohnen; doch die Hindernisse, die hierbei überwunden werden müssen, könnten einheimischen Helfern ihre Freiheit oder sogar ihr Leben kosten. Besonders nach den Olympischen Spielen werden sich besagte Risiken erhöhen – nämlich dann, wenn sich die Medien weniger intensiv mit China beschäftigen und viele ausländische Reporter wieder in ihr Heimatland zurückgekehrt sind.
Die Teilnehmer der Pariser Konferenz wiesen darauf hin, dass Fortschritte zum Schutz der Menschenrechte in China nur sehr langsam erfolgten und noch nicht das gewünschte Ergebnis erzielt hätten. Daher wären alle ausländischen Journalisten gut beraten, Vorsicht walten zu lassen und die Risiken, die ihre Übersetzer und andere Helfer vor Ort auf sich nehmen, zu respektieren.
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